Mützen-Varieté
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Feuer und Eis

von am 27. Feb 2011, unter Kino

Nein, keine Angst, es dreht sich nicht um Bogners Skifilm…

Nach der letzten großen Eiszeit erhob sich im Norden eine Königin, Juliana, deren Ziel es war ihre Herrschaft auf alle bekannten Regionen auszuweiten. Eine Armee zu Diensten und einen Sohn namens Nekron, den sie in magischen Dingen unterrichtete, zog sie gen Süden, um die Menschen zu unterdrücken. Diese flüchteten sich in vulkanische Gebiete, denn Juliana und auch Nekron waren Gebieter über das Eis und der Gedankenkontrolle. Ihre Feste Icepeak Ausgangspunkt für ihren Vormarsch. Doch im Süden entstand eine Gegenmacht zu Eis, Feuer, wo König Jarol in seiner Feste Firekeep sich der Wärme des Vulkans bedienen kann und somit Widerstand leistet.

Nekron will aber Feuer einnehmen und wird von seiner Mutter dazu angetrieben, den Gletscher in die warmen Gefilde zu schieben. Auf dem Weg dahin zerstören sie das Dorf von Larn, der bei der kurzen Schlacht ohnmächtig wird. Als Nekrons Armee die Toten plündert erwacht er und kann Richtung Dschungel entkommen. Sein Weg ist jedoch der Norden, denn er will Rache an Nekron. Zur gleichen Zeit schickt Juliana Botschafter nach Feuer aus, um Jarol zur Kapitulation zu zwingen. Da dieser ausschlagen wird, sollen Schergen seine Tochter Teegra entführen. Dies gelingt auch, wenngleich die Botschafter getötet werden wird Teegra verschleppt. Die Drachenreiter sollen sie suchen, doch Jarol weiß, dass Nekron bald persönlich vorrücken wird.

Im Dschungel gelingt es Teegra zu fliehen, doch diese sind zahlenmäßig überlegen und werden durch Julianas Macht angetrieben sie wieder einzufangen. Auf ihrer Flucht trifft sie Larn und beide freunden sich an. Teegra will wieder nach Hause und Larn will sie begleiten, schließlich ist Nekron schon unterwegs nach Feuer. Doch ihre Gemeinsamkeit ist nur kurz, denn überall im Dschungel lauern Gefahren und diese sind nicht nur Nekrons Truppen. Wer soll Eis stoppen und wie soll Larn es schaffen, sich diesem manischen Herrscher entgegen zu stellen?

…………

Wie ich auf diesen Film aufmerksam wurde weiß ich gar nicht mehr genau, nur dass es per Zufall eine Weiterleitung bei YouTube zum Trailer gab. Was ich sah war ein alter Film, das konnte ich schnell erkennen, aber auch ein Film der mich sofort ansprach, schließlich gebot sich mir ein Schaubild gepackt mit Abenteuer und Action.

Der Film stammt aus dem Jahr 1983 von einem der Meister der Comicverfilmungen, Ralph Bakshi, der für Filme verantwortlich ist wie Fritz the Cat und die Comicverfilmung zu Herr der Ringe. In Fire and Ice arbeitet er mit Comiczeichner Frank Frazetta zusammen, der zu der Zeit auch an Conan Comics mitwirkte. Da ein Jahr zuvor Conan auf die Leinwand kam und das Genre immer mehr Anhänger gewann, war die Thematik des Films schnell gefunden. Ein Setting in den Anfängen der Menschheit, wo Echsen wie Flugsaurier präsent sind. Dazu ein klassisches Gut gegen Böse Thema und fertig war der Hauptplot des Films.

Doch das alles wäre nur semiunterhaltend wenn da nicht noch die Phantastik Einzug halten würde. Dies geschieht in Form von Nekron und Juliana, die mittels ihrer schwarzen Künste über das Eis herrschen. Schier unaufhaltbar ziehen sie nach Süden, doch alles hat mal Ende, denn die Menschen leisten Widerstand. Alles ist von Anfang bis Ende sehr unterhaltsam, da es ständig volle Fahrt nach vorn nimmt und kaum Zeit nimmt für Erholpausen. Das dabei nicht die Nebenstory auf der Strecke bleibt ist Bashki zu verdanken, der eine Liebesgeschichte so knackig präsentieren kann, dass heutige Filmemacher noch was lernen könne, die oftmals abdriften in Belanglosigkeiten und Gefühlsduseleien, obwohl sie keinen romantischen Film drehen. Bakshi bebildert dank Frazetta alles in raschen Bildern, alle Figuren wirken ständig in Bewegung, sodass alles zügig vorankommt und man am Ende dennoch zufrieden ist.

Der Animationsstil ist für das Alter wirklich ein Augengenuss, da alles lebhaft und realistisch wirkt. Die Mimik und Gestik, die den Großteil des Erzählens einnehmen, sind gekonnt umgesetzt. Da der Film mit wenig Text auskommt ist es ein Verdienst der Bilder, das alles dennoch klar verständlich erzählt wird und selbst die wenigen Texte wirken nicht kitschig oder deplatziert sondern fügen sich in das Gesamtbild harmonisch ein. So wie es in einem Animationsfilm auch sein sollte, denn schließlich kommt es hier auf die Bilder an, nicht auf die Dialoge. Dazu noch Musik die stimmig ist und Effekte die der Kulisse eine Lebendigkeit geben, dass man meint man wäre direkt vor Ort in einer prähistorischen Welt. Eine Welt in der Tarzan vor Neid erblassen würde, wenn er diese Lendenschürze sehen würde und wo Frauen leicht bekleideter sind als an den Stränden von Rio. Es ist ein Film für Erwachsene, kein Trickfilm für Kinder und so sollte er auch gesehen werden, denn wie Conan wird hier nicht gegeizt mit nackter Haut und Kämpfen. So macht Unterhaltung Spaß!

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