Gefahr aus dem Meer, Teil 3
von muetzenvariete am 17. Apr 2011, unter englische Bücher, Rezensionen
I am Iakhovas! I am your King!
- The Sea Devil’s Eye -
Iakhovas gelang das Unmögliche, etwas was den lange eingezwängten Sahuagin verwehrt blieb, die Reise ins Innere Meer, Sea of Fallen Stars. Angetrieben von seiner Führung folgte ihm seine Armee hinein in Gefilde, in denen ihre Artverwandten unterdrückt leben. Sein Ankommen brachte schon Verwüstungen und dennoch gelang es ihm, auch die dortigen Stämme für seine Zwecke einzuspannen. Zunächst führte er seine Streitmacht hinein in die große Sharkwall, einer riesigen Unterwassermauer, die von den Seeelfen bewacht die Sahuagin abschnitt. Schnell wurde das Streben zu einem Feldzug, den das innere Meer lange nicht kannte und der selbst an den Küsten seine Spuren hinterlassen wird. Jede Rasse, die sich Iakhovas entgegenstellt wird getötet und aufgezehrt, denn Fleisch ist Fleisch und für die Sahuagin ist es Religion, ihre Toten und Getöteten zu essen. Doch Iakhovas nutzt die Sahuagin nur aus, um sein Ziel endlich zu vollenden, sein Auge wieder zu bekommen, was ihm einst von der Göttin Umberlee genommen wurde. Denn dann kann er wieder seinen Traum weiterleben, alles zu besitzen und alle zu beherrschen, denn dies war schon vor tausenden von Jahren sein Wunsch.
Doch sein Vormarsch bringt auch sein Ende näher, denn schon seit langen Zeiten ist prophezeit, dass es einen Helden geben wird, der mit Hilfe vereinter Kräfte den Taker aufhalten wird. Diese Rolle soll Jherek ausfüllen, doch je weiter er sein Abenteuer begeht, desto mehr keimen Zweifel in ihm. Seine Liebe zu Sabyna kann er nicht eingestehen, ihr nicht völlig sein Herz vermachen, denn seine Vergangenheit als Sohn von Bloody Falkane jagt ihn. Er hat keine Hoffnung und auch keinen Glauben und die Rolle, die ihm ständig angedichtet wird und die Person, die viele in ihm sehen, die sieht er nicht. Dennoch will er den Talisman, den er in Baldur’s Gate bekam und den ihm der Pirat Vurgrom abnahm wieder gewinnen, denn das Amulett zeigt den Weg zu einer Waffe, die den Taker Einhalt gebieten kann und die auch Iakhovas finden will. Die Jagd beginnt also weiterhin nach dem alten Artefakt und Unterstützung erhält er nicht nur durch Sabyna, sondern auch vom Paladin Glawinn und der Piratenkönigin Azla, die alle 3 an Bord ihres Schiffes nimmt.
Der Barde Pacy sowie der Zwerg Khlinat sind ebenfalls schon im inneren Meer unterwegs. Unterwasser reisen sie mit den Seeelfen durch die Regionen, um endlich auch das Ziel des Barden zu erreichen. Sein Lied drängt ihn vorwärts, denn seine Aufgabe wird es sein, dem prophezeiten Helden neue Hoffnung zu geben. Doch auch sein Weg ist beschwerlich, schließlich durchstreifen sie Gewässer, auf die auch Iakhovas sein Auge geworfen hat und ihr Ziel ist ein Ort, der die letzten Artefakte birgt, die Iakhovas noch brauch, Myth Nantar!
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Abschluss der Trilogie Threat from the Sea und der 3. Teil schließt direkt an, an den Vorgängerband. Iakhovas gelang es den großen Wall einzureißen und somit seinen Weg Richtung Mitte des Meeres fortzusetzen. Sein Weg dahin wird weiterhin geprägt von eigenen Zielen, für die er bereit ist sein eigenes Volk, die Sahuagin, zu opfern. Doch sein Streben ruft auch Zweifel auf, die er nur bedingt nieder ringen kann. Die Sahuagin merken, dass ihre Verluste zahlreich sind und auch ein ehrenhafter Tod kann nicht hinwegtäuschen, dass das große Ziel mehr ist als sie stemmen können. Diese Zweifel beherrschen auch die Malenti Laquell, die ihre Rolle als Hohepriesterin dem Machtsinn Iakhovas zu verdanken hat und dies alles in Frage stellt. Ihr Glaube an ihren Gott Sekolah ist ungebrochen, doch die Taten und Zwecke des neuen Königs, der einst mit Sekolah die Meere durchstreift haben soll, sieht sie in einem neuen Licht und immer mehr wird ihr klar, dass am Ende ihre Position nicht mehr benötigt wird und ihr Leben verwirkt wäre.
Auch die anderen beiden Hauptcharaktere, Jherek und Pacy, werden immer tiefer hinein gezogen in die Schneise die der Taker zieht. Jherek wird eine Rolle aufgedrängt, die ihm schon seit seiner Kindheit angedacht war. Er wurde einst auserwählt, um derjenige zu sein, der den Taker aufhält. Doch er will diese Rolle nicht, sieht sich nur als Marionette eine unbekannten Stimme, die ihm seit seiner Flucht vom Schiff seines Vaters verfolgt und ihm immer wieder zuruft “live, that you may serve” (lebe um zu dienen). Er hegt ständige Selbstzweifel, schließlich ist der Schatten seines Vaters übermächtig und droht ihn zu verschlingen, obwohl er mehr als genug schon bewiesen hat, dass sein Charakter anders ist als jener des mordlustigen Piraten. Er sieht sich nicht als Mann, der als Held auserkoren sein soll. Dennoch geht er seinen Weg und beschützt jene die er liebt und folgt somit letztendlich doch dem Weg, der ihm beschrieben war. Auch der Barde kommt seinem Ziel näher und durchquert mit dem Zwerg Unterwassergefilde, die geprägt sind von Missgunst, Hass und Uneinigkeit. Er erfährt mehr über den Taker, jener Gestalt, dessen Herkunft ungelöst bleibt, dessen einstige Taten jedoch Grund dafür sind, dass es nun erneut zu einem Krieg kommen wird. Pacy spielt eine wichtige Rolle, schließlich soll er den Helden auf seinem Weg stützen und ihm das geben, was dieser schon lange nicht mehr hat, Hoffnung und Glauben!
Der 3. Band liefert nun auch die Antworten, die man zuvor nur erahnen konnte. Die Motive Iakhovas waren bisher nur verschwommen zu erahnen, dass er Ziele hat, die nur ihm dienlich sind, war schon früh klar. Nun erfährt man auch seine Geschichte und wieso er gnadenlos von Meer zu Meer eilt. Einst als Liebhaber der Göttin Umberlee zig er ihren Hass auf sich, weil er sie hinterging und demütigte. Er sah sich schon früh als gottgleich, baute sich ein Imperium auf im frühen Toril und wollte dennoch immer mehr. Doch Umberlee strafte ihn, wollte ihn töten und verwundete ihn letztlich nur schwer. Er lag lange im Schlaf, bis eben Laquell ihn erweckte. Doch sein Plan war schon lange gereift. Er wollte seine einstige Macht wieder und diesmal noch mehr davon und somit schmiedete er Pläne, die ganz Seros ins Verderben reißen sollten. Auch die Liebesgeschichte von Jherek und Sabyna geht weiter, wobei die Liebe an Jhereks Zweifeln zu scheitern droht. Sabyna gesteht ihm ihre völlige Liebe, doch er kann es nicht erwidern in dem Maße wie er wollte, denn seine Vergangenheit ist auch ein Teil der Schiffsmagierin. Doch eben Liebe ist sein Glaube und im Laufe des Buches Anker für viele Zweifel und Hoffnung für letztlichen Erfolg.
Das Buch geht rasend schnell voran, wie schon die Vorgänger überspringt man hier Tage um zum Ende zu gelangen. Parallel verlaufen die 3 Stränge der 3 Hauptcharaktere und erst am Ende vereinen sich alle 3 zu einem Gesamtschauspiel, was im Kampf vor der mystischen Unterwasserstadt Myth Nantar ihr Setting findet. Bis dahin verfolgt man mit Jherek den Weg des Amuletts aus Baldur’s Gate, die Kriegsschneise Iakhovas und den Weg des Barden durch die einzelnen Meeresvölker. Hier tobt sich Mel Odom nochmal richtig aus, bereichert die bisher phantastischen Völker noch um eine Vielzahl mehr. Wale, Meermenschen, Seeelfen, Drachenwürmer, Untote usw. gesellen sich auf guten und bösen Seiten hinzu zu den schon bekannten Rassen. Es ist eine Vielfalt die aufzeigt, dass auch in den Meeren von Faerun Leben in einer großen Vielzahl herrscht. Dieser Band ist auch etwas düsterer als die 2 Vorgänger, da es sich hier nun alles akkumuliert und das Ende auf des Messers Schneide steht, ob es gut oder doch schlecht ausgeht.
Das Ende ist ein Happy End und dennoch wirft es neue Fragen auf. Was ist mit dem Versprechen, dass Jherek der Seherin Dehnee gab im Tausch für den magischen Kompass, der sie zu Vurgrum führen sollte? Was ist der Ausgang der Schlacht um Myth Nantar? Sicher ist nur, Jherek triumphiert und dennoch sind bestimmte Aspekte weiter unklar. Vielleicht erfährt man irgendwann mal mehr über diesen Teil Fearuns, doch solang bleibt Threat from the Sea eine von unzähligen Geschichten in den Forgotten Realms. Im Gesamtfazit kann ich nur positiv sein, denn man bekommt letztlich sehr gute Fantasy, mit einem Setting was mal nicht Elfen und Co. in den Vordergrund stellt, sondern sich den Völkern unter der Meeresoberfläche widmet. Eine Geschichte die auch ganz Seros beeinflusst, so wie es Mel Odom beabsichtigte, denn der Krieg der begann zwischen Sahuagin und Menschen, wurde zu einem Krieg in den Meeren, in den die Küstenregionen mit hineingezogen wurden. Man bekommt mit der Trilogie herrliches Kopfkino und auch wenn die Thematik der vielen Rassen und Götter schwer anmutet, so ist es dennoch leichte Unterhaltung!





