Pfälzer Zombietreiben
von muetzenvariete am 26. Aug 2011, unter deutsche Hörspiele
Im November des Jahres 1995 machen 4 deutsche Männer Urlaub in Miami. Als Safarigruppe wollen sie in der Metropole Floridas mal so richtig einen drauf machen und kommen dementsprechend angeheitert aus einem Tanzlokal. Sie sind alle aus auf eine schnelle Nummer mit den angeblich freiwilligen Tänzerinnen und als sie im naheliegenden Park eine junge Frau sehen gehen sie aufs Ganze. Peter Riegel entpuppt sich dabei als Draufgänger und bietet der Frau ungeniert 400 Dollar für Sex. Doch Serena Camea denkt gar nicht dran und weist die Männer zurück. Doch Riegel wird wütend und verfolgt mit den restlichen 3 die flüchtende Frau. Im Park fallen sie über sie her.
Serenas Mutter ist fassungslos als die Polizei ihr mitteilt, dass man keine Spur der Täter hätte und Serena selber nicht redet aus Schock. Salma Camea will die Dinge in eigene Hände nehmen und hat Haare eines Täters gefunden. Was keiner ahnt, Salma ist eine Voodoo-Priesterin aus Haiti und ihre Rache konzentriert sich auf die kleine Puppe, die sie mit den Haaren Leben einhaucht. Die Haare stammen von Peter Riegel und der ist in Deutschland guter Dinge, als plötzlich sein Herz Probleme macht. Seine Frau versucht noch den Notarzt kommen zu lassen, doch zu spät. Peter Riegel stirbt an einem Herzanfall.
Wenige Tage später wird Christoph Schwarz mit seiner Kollegin Conny Blank zu einem Mord gerufen. Bei dem Ehepaar Zumdick wurde Hans Zumdick bestialisch getötet vor den Augen seiner Frau Martha. Diese gibt an Peter Riegel wäre es gewesen, doch Ermittlungen ergeben, dass Peter Riegel vor wenigen Tagen starb. Riegel und Zumdick kannten sich und nun stellt sich die Frage, ob Peter Riegel wirklich tot ist oder ob jemand ein falsches Spiel spielt. Bald schon wird sich zeigen, in Landau streift ein Wesen umher, was man bisher nur aus billigen Horrorheftchen kannte!
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Romantruhe und Hoerfabrik veröffentlichten 2009 die Hörspielreihe Christoph Schwarz – Detektiv des Übersinnlichen nach den Romanen von G. Arentzen. Auf dem eh schon prall gefüllten Sektor der Mystery/Horror Hörspiele versucht man die Reihe zu etablieren, deren Geschichten in Deutschland spielen und somit einen gewissen regionalen Charme aufbieten. Schwieriges Unterfangen, denn letztlich ist der Markt satt durch John Sinclair und Co. und da eine Lücke zu finden bedarf einer guten Story, einer guten Produktion und einem guten Cast.
In Der Zombie von Landau begibt man sich in die Pfalz und lässt den dortigen Hauptkommissar Christoph Schwarz einen mysteriösen Fall klären. Statt virusverseuchter Untoter kommt man hier zu einem klassischen Zombie, hervorgerufen durch Voodoo. Aus Rache an den Vergehen ihrer Tochter erschafft eine Priesterin dieser Religion mitten im beschaulichen Landau einen Zombie, der für sie alle Mittäter töten soll, umso Frieden für die Tochter zu erreichen. So lenkt sie ihn von Miami aus quer durch die Botanik, Keller, Kanäle und Wälder und lässt einen nach dem anderen für seine Verbrechen büßen. Dass dabei Schwarz zunächst nur hinterherläuft ist nicht verwunderlich, schließlich muss dieser erst mal klären, wie ein angeblicher Toter Morde begehen kann.
Die Story ist somit eigentlich recht nett gesponnen, denn sie spielt mit der Unwissenheit über solche Phänomene. Doch die Geschichte hat auch Hänger. Nicht inhaltlich sondern in ihrer Ausführung. Das Script liest sich viel zu neumodisch aufgesetzt. Phasenweise schämt man sich fremd über die Gespräche Handelnder. Das beginnt schon zu Beginn, als die 4 deutschen Touristen sich benehmen wie die allerletzten Sextouristen in Thailand. Auch die Szene mit den Punks wirkt lächerlich und persönlich war ich froh, dass Schwarzs Freundin Nadine Weyer wenig Präsenz hatte nach ihren ständigen “Ach du Critter” Gesülze um ihn zu necken. Was ist ein Critter und wer sagt sowas?
Der Cast ist im Grunde unbekannt. Sascha Rotermund macht da die Ausnahme als Titelfigur und Karen Schulz Vobach als Conny Blank steht ihrem bekannten Kollegen wenig nach in der Leistung. Beim Rest findet man unbekannte Stimmen vor, die man allerhöchstens als Hörspielfreak aus anderen Reihen mal vernommen hat. Oliver Theile als Peter Riegel ist noch zu erwähnen, wobei er fast schon negativ auffällt. Doch dafür kann er persönlich nichts, sondern der Echo-Hall-Effekt, der ihm als Zombie auferlegt wird, wenn er von Salma Camea seine Befehle bekommt und sein Restverstand sich bemüht zu weigern. Die Effekte generell sind ok, Musik findet man kaum vor. Eigentlich gut, denn dadurch wird man nicht mit 1-minütigen Interludes bedudelt sondern bekommt mehr Story.
Alles in allem ist Der Zombie von Landau kein Überwurf. Es ist nett gemacht, hat den regionalen Charme und einen Hauptcharakter, der Potential hat und durch Sascha Rotermund gut ins Licht gerückt wird. Bleibt abzuwarten wie sich das entwickelt.
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*Copyright: Romantruhe 2009, Deutschland, ISBN 3940812293





