Mützen-Varieté
Mützen-Varieté

Spoooooooky

von am 07. Okt 2011, unter englische Serien, TV-Serien

Vivion muss mit ansehen, wie ihr Mann, Dr. Ben Harmon in ihrem Schlafzimmer mit einer Studentin schläft. Wenige Wochen später ziehen sie gemeinsam nach LA mit Tochter Violet um ein neuen Abschnitt anzufangen, gemeinsam. Ziel ist ein altes Haus aus den 20er Jahren am Rand von Beverly Hills. Die Maklerin ist schon vor Ort und zeigt den 3 das Haus. Die Vormieter sind alle verstorben durch Suizid und daraufhin kann sich auch Violet mit dem Haus anfreunden. Doch das Haus birgt Erinnerungen, Ängste und ist schon länger bekannt in der Nachbarschaft für seine Geschichte. Das müssen auch nach und nach Vivion und Ben lernen, denn ihre Nachbarin Constance muss immer wieder ihre geistig behinderte Tochter Addy aus dem Haus holen. Addy geht unangekündigt hinein und warnt Vivion, dass das Haus ihre Anwesenheit nicht gefällt.

Addy war auch schon als Kind dabei, als 2 Zwillinge das Haus erkundeten und nicht mehr lebend hinauskamen. Denn das Haus lebt und beeinflusst seine Bewohner. Im Keller weilt irgendwas und wartet auf seine Opfer und im Haus selber zieht es seine Bewohner in einen Bann. So auch Ben, der durch die neue Haushälterin sexuell angezogen wird. Doch Moira ist nur in Bens Augen eine anreizende Frau, sonst ist sie eine ältere Frau, die schon den Vorbewohner diente. Ben selber betreut als Therapeut den Schüler Tate, der depressiv ist und Gedanken hegt seine Mitmenschen umzubringen. Er ist gefährlich doch er verliebt sich in Violet, die selber manisch depressiv ist und an der neuen Schule keine Freunde gewinnt. Bald schon beeinflusst das Haus alle zunehmend und selbst die unterkühlte Ehe wird wieder belebt, doch zu welchem Preis?

…………………

FX wagt einen schwierigen Schritt mit ihrer neusten Serie American Horror Story. Bislang ist Horror eher vertreten durch Serien wie Supernatural oder Reality Dokus wie Ghost Hunter, wenn es ganz schlimm kommt auch durch Serien wie Vampire Diaries oder True Blood. Nun geht man also einen Weg, der an Filme aus den 80er Jahren erinnert.

Die Serie beginnt 1978, als 2 Zwillinge das Haus betreten wollen um dort ihren Spaß zu haben als Draufgänger. Schon im Vorgarten werden sie von Addy gewarnt das Haus würde sie töten, doch sie drohen ihr mit ihren Baseballschlägern. Sie randalieren im Haus und im Keller finden sie mehrere Laborgeräte und eine Sammlung von menschlichen oder tierischen Körperteilen. Beide kommen im Keller um durch ein Wesen, was nicht weiter gezeigt wird, jedoch gruselig anmutet. Erst danach geht es los mit der Familie Harmon und ihrem Neuanfang in LA.

Dabei zeigt die Geschichte nicht nur ein Haus, was sicherlich Dinge verstärkt die eh schon im Unterbewusstsein vorhanden sind, sondern vor allem eine Menge Charaktere die alle an sich schon gesehen Leichen im Keller haben. Ben Harmon, der sein Sexleben frustriert betrachtet, denn nach der Fehlgeburt seiner Frau, flüchtete er sich in eine Affäre. Im Haus wird er dann von einer jüngeren Version der Haushälterin in Versuchung gebracht und teilweise wirkt er abwesend. Vivion Harmon will den Neuanfang, doch sie flüchtet sich in Isolation und schottet sich ab von dem Gefühlsleben ihres Mannes. Doch nach und nach wird diese Barriere gebrochen und auch hier spielt das Haus eine Rolle. Violet Harmon ritzt sich den Arm auf, fügt sich Schmerzen zu und ist das Produkt einer Ehe, die schief läuft und nur am seidenen Faden gehalten wird. Sie wird vor allem durch Bens Patienten Tate beeinflusst und auch hier wird das Haus alles verstärken.

Somit bietet die erste Folge verschiedene Einflüsse, die alle leicht verstörend und schwer zu verstehen sind. Man weiß nicht was das Haus wirklich auslöst und was in den Charakteren selber schon vorhanden ist. Sicher ist nur eins, der Mix aus Gruselfaktor Gebäude und psychisch angeschlagenen Menschen ist spannend. Natürlich bedarf es dazu auch einem Cast, den man anschauen mag und der die Situation auch anheizt. Connie Britton als Vivion kennt man aus Chaos City und ihre Rolle als zurückgezogene Ehefrau spielt sie gut. Dylan McDermott war mir bisher unbekannt, doch auch ihm nimmt man den labilen Psychologen ab. Bekanntestes Gesicht ist sicherlich Jessica Lange als Nachbarin, die eine gewisse Verbindung zur Haushälterin hat und mehr weiß als sie vorgibt über das Anwesen. Alles in allem ordentlicher Cast. Es gibt keine Horroreffekte, wenn was passiert im Keller dann im schwachen Licht und hektischer Kameraführung. Die Gänsehaut entsteht nach und nach durch die verschiedenen Aspekte der Charaktere gepaart mit dem Haus. Letztlich also ein guter Ansatz, den man Zeit geben muss sich noch weiter zu offenbaren und ob es dann wirklich eine Horror Story wird, das weiß nur die Quote!

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