Es war einmal
von muetzenvariete am 31. Okt 2011, unter englische Serien, TV-Serien
Prinz Charming reitet in Eile in den Wald hinein, wo die 7 Zwerge schon am gläsernen Sarg von Schneewittchen trauern. Doch er will ihren Tod nicht wahrhaben und verabschiedet sich von ihr mit einem Kuss. Schneewittchen erwacht und beide heiraten. Doch die Hochzeitsfeier wird getrübt durch den Auftritt der bösen Königin. Sie gönnt den Feiernden den Triumph und ihr glückliches Ende, doch sie verflucht alle und prophezeit ihnen das Ende aller guten Enden. Schneewittchen wird schwanger und seit der Hochzeit plagen sie die Worte der Königin. Sie sucht mit Charming die Kerker auf, wo Rumpelstilzchen gefangen gehalten wird. Er kann in die Zukunft sehen und für den Preis des Namens ihres Babies sagt er ihr das Ende des Reiches bevor, doch ihre Tochter könnte dem ein Ende setzen, wenn sie 28 wird. So kommt es, dass am Tage der Geburt die Königin ins Schloss einfällt und der Fluch sich ausbreitet. Doch Meister Gepetto baut im Auftrag der Feen einen Wandschrank, der so viel Magie besitzt, dass er eine Person vor dem Fluch beschützen kann. Charming und Schneewittchen beschließen in Trauer ihr Kind zu retten und so wird das Baby vor dem Zugriff der Königin gerettet. Doch sie hat dennoch ihren Fluch wirken lassen und nun ruhen die Hoffnungen auf das Neugeborene, Emma.
Emma Swan verdingt sich als Kautionsagentin und in der Nacht ihres 28. Geburtstages wünscht sie sich diese nicht allein zu verbringen. Als es klopft steht vor ihrer Tür ein kleiner Junge und gibt sich als ihr Sohn aus. Emma hatte vor 10 Jahren ihr Neugeborenes zur Adoption freigegeben und weiß, dieser Junge lügt sie nicht an. Sein Name ist Henry und er will, dass sie ihn in seine Heimatstadt zurückbringt, Storybrooke. Emma willigt ein und bringt ihn nach Hause. Unterwegs blättert Henry in seinem Lieblingsbuch und erklärt Emma sie würde auch darin vorkommen und Storybrooke wäre eine Ansammlung von Märchengestalten, denn die Welt der Märchen existierte wirklich. Doch Emma weist dies als Kinderphantasien zurück, denn schließlich sind Märchen eben Märchen. Doch in Storybrooke wird sie eine Welt betreten, in der die böse Königin ihr Happy End auslebt und Emma stellt die Bedrohung dar, die Rumpelstilzchen einst deutete.
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ABC steigt in den Herbst mit einer neuen Mischung von Fantasy und Mystery, Once Upon A Time. Wie der Titel schon erahnen lässt greift hier das Grundmotiv Märchen. Klassische Märchengestalten aus aller Herren Länder vereinen sich in einem mystischen Land und durch einen Fluch leben sie nun unter uns, ohne Erinnerungen an ihre wahre Identität.
Dabei setzt die Produktion vornehmlich auf bekannte Charaktere und bietet mit Schneewittchen sicherlich die in den USA bekannteste Figur ein. Diese wird zwar wie im Märchen von ihrem Traumprinzen errettet, doch hier geht die Geschichte weiter und endet eben nicht mit einem Happy End. Die böse Königin will Rache, will ihren Triumph und will das Ende aller glücklichen Enden, denn sie will für sich das Happy End. Ein Fluch, auserkoren um alle Bewohner der Märchenwelt ins Unglück zu stürzen, in ein Leben ohne Freude, ohne Glück, ohne Ende. Sie schafft es alle in die Welt der Menschen zu verbannen, in einen Ort namens Storybrooke, wo alle für immer leben ohne jegliche Erinnerung an ihr wahres ich. Dort steht die Zeit still und die Königin allein hat ihre Macht.
Zunächst ertappt man sich dabei der Story nicht ganz folgen zu können, denn der Pilot schwenkt zwischen Vergangenheit in der Märchenwelt und Gegenwart in unserer Welt hin und her. Doch nach einer Weile ergibt dies einen Sinn, denn dadurch wird schnell das Hintergrundwissen impliziert, was man als Zuschauer benötigt um überhaupt folgen zu können. So wird man Zeuge vom Schicksal Schneewittchens und ihrem Kind, Emma, vom Triumph der Königin und der gleichzeitigen Hoffnung durch das Kind, was dem Fluch entkam. Man weiß wer das Kind später ist, denn Emma Snow feierte ihren 28. Geburtstag, so wie Rumpelstilzchen prophezeite und sie wird nun zur Hoffnung für das Örtchen, indem die Zeit still steht.
Interessante Herangehensweise an die Märchenthematik, die mir so noch nicht präsentiert wurde. Der Mix aus Märchen gepaart mit unserer Welt vermochte mir zunächst nicht allzu viel abgewinnen, hatte ich doch bedenken, dass es zu albern wird und überhaupt keine Spannung erzeugen kann, doch ich wurde überrascht. Sicherlich ist es gewöhnungsbedürftig in einer ernstzunehmenden Abendproduktion die 7 Zwerge zu sehen, oder Gepetto von Pinocchio, doch nach und nach wird dies verdrängt durch 2 Charaktere dieser Welt, die die Serie ausmachen. Von allen Charakteren haben mich persönlich die Königin und vor allem Rumpelstilzchen beeindruckt. Lana Parrilla als Königin und später Regina Mills spielt den bösen Part ausgezeichnet, man spürt einfach ihren Hass auf die Märchenwelt und all die Happy Endings. Robert Carlyle als Rumpelstilzchen und Mr. Gold gebührt jedoch das Hauptaugenmerk. Carlyle hierzulande wohl am ehesten bekannt durch Stargate Universe oder dem TV-Movie Hitler – Aufstieg des Bösen (jenen Film den RTL2 gerne zeigt) spielt den psychopatischen Bösewicht aus dem Märchen perfekt und sorgt für den Grusselfaktor. Seine Rolle ist sicherlich zwiespältig, denn er scheint neben der Königin der einzige mit Erinnerungen zu sein. Jennifer Morrison als Emma Snow sollte man auch nicht vergessen, schließlich hat sie die Hauptrolle inne und ist hier bekannt aus der Serie Dr. House.
Alles in allem machte Once Upon A Time doch mehr Spaß als angenommen. Ich wurde gut unterhalten, was bei Märchen ja nicht immer treffend ist und wenn dann muss es düster sein, zumindest als Realverfilmung. Dies ist gegeben und es bleibt abzuwarten wie die kommenden Folgen sich gestalten. Der Start in den USA war wohl sehr gut, die Quote stimmt und so kann man hoffen, dass die Serie ihr persönliches Happy End erlebt.





