Mützen-Varieté
Mützen-Varieté

Höllenzug

von am 08. Nov 2011, unter englische Serien, TV-Serien

Die Vereinigten Staaten im Jahre 1865. Der Bürgerkrieg ist vorbei und mit ihm auch die Sklaverei. Der Norden gewann gegen die Südstaaten, doch Präsident Lincoln bezahlte seine Reformen mit dem Tod. In diesen Zeiten planen die Eisenbahngesellschaften das Unmögliche, eine Verbindung zwischen Ost- und Westküste. So auch der Unternehmer Thomas C. Durant, der die Strecke plant und dabei stattliche Gewinne erhofft. Denn die Regierung subventioniert das Unterfangen, denn eine Einigung beider Küsten ist auch eine Einigung der USA. Deshalb plant Durant auch keine einfache gerade Strecke, sondern nutzt jede Meile die sich ihm bietet, nur um mehr Geld herausschlagen zu können. Für dieses Unterfangen bewirbt sich auch Cullen Bohannon, ehemaliger Konföderierten Soldat und Plantagenbesitzer. Ihn treibt jedoch nicht das Geld zu diesem Unternehmen, nein, er will Rache.

Bohannon verlor in den Wirren des Krieges seine Frau. Eine Gruppe von Unions Soldaten verging sich an ihr und diese Männer jagt er nun. Trotz mangelnder Vorkenntnisse setzt ihn der Chef des Bautrupps als Vorarbeiter ein, wo er als ehemaliger Sklavenbesitzer auch über nun freie Schwarze die Aufsicht hat. Bohannon willigt ein, doch er macht sich damit keine Freunde, vor allem nicht bei Elam Ferguson, einem nun freien Sklaven. Doch beide respektieren sich, da Bohannon seine Männer nicht unterjocht, so wie ihr aller Chef. Unterdessen ist die Vorhut des Unternehmens dabei die Karten zu erstellen, die die Zugstrecke nehmen soll. Lily Bell und ihr kranker Mann schätzen das Land und vertrauen auf die Abkommen mit den Indianerstämmen. Doch dieses Vertrauen ist wage und es kommt zum Überfall auf die Gruppe von Vermessern und Kartographen, wobei nur Lily entkommen kann.

Von all dem zwar besorgt aber dennoch nach Profit strebend überwacht Durant die Fortschritte, denn seine Linie soll alle anderen Bewerber ausstechen. Dafür müssen jedoch alle harte Arbeit leisten und so wird das ganze Unterfangen schnell zur Hölle. Ein wandelnder Track an Arbeitern und Gefolge und mittendrin Bohannon auf der Suche nach den Mördern seiner Frau.

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AMC nimmt uns mit ihrer neuen Serie mit in eine der letzten Pionieretappen der USA, die Verbindung von Ost- und Westküste durch eine Eisenbahnlinie. Ein Western mit all den Dingen, die einen Western ausmachen, Drama, Colts, Indianer und skrupellose Weiße.

Das Setting ist das Ende des Bürgerkrieges und spielt nach der Ermordung von Präsident Abraham Lincoln. Der Norden konnte den Krieg gewinnen und schaffte die Sklaverei ab, wodurch alle Sklaven von nun an frei waren. Diese Zeit soll nun genutzt werden, um den Frieden zu manifestieren mittels einer Eisenbahnlinie, die beide Küsten verbindet. Nicht Nord und Süd sondern von Ost nach West soll die USA symbolisch vereint werden, denn ab da an gibt es keine 2 Staaten mehr sondern nur noch einen, die USA. Doch diese Zeiten bieten auch die Chance für gierige Geschäftsleute, die aus den Bestrebungen der Regierung Profit schlagen wollen, so wie Thomas Durant. Er will Gelder abzweigen und die Abenteuerstimmung der USA für sich zu Nutze machen. Jeder Kilometer Strecke bringt ihm Geld, doch der Weg dafür führt auch in Gebiete, die jahrzehntelang vom Weißen Mann unberührt blieben und somit die Aufmerksamkeit ansässiger Stämme auf sich ziehen.

Dies ist die Hintergrundgeschichte, der Rahmen für Hell on Wheels. Mehrere kleinere Nebenhandlungen füllen diesen Rahmen nun auf, wobei die von Cullen Bohannon sicherlich im Vordergrund steht. Der ehemalige Plantagenbesitzer und Konföderations Soldat will Rache für jene Dinge, die Unions Soldaten ihr angetan haben, was zu ihrem Tod führte. Schon zu Beginn der ersten Folge wird man davon Zeuge, als er in Washington D.C. einen seiner Gesuchten bei der Beichte erschießt. Doch seine Jagd ist wie gesagt nur eine von mehreren Handlungen. Daneben auch jene vom ehemaligen Sklaven Elam Ferguson, der seine Freiheit nutzen will und beim Bau der Strecke eine Chance sucht. Hinzu kommt die Handlung rund um Lily Bell, die nach dem Massaker der Indianer allein entkommt mit den Plänen und Aufzeichnungen ihres Mannes. Doch Hell on Wheels bietet mehr und muss sich nicht nur auf den Rahmen stützen.

Was man bekommt ist eine Geschichtsreise, denn der Charakter des Thomas Durant beruht auf Tatsachen und seine Rolle ist der historische Anker der Serie. An dessen Biografie lehnt sich das ganze Setting und die Story an und das gekonnt. Die Machart der Serie vermittelt diesen Pioniergeist und auch die unruhigen Zeiten nach dem Bürgerkrieg. Schauplätze, Bauten, Kostüme und Aufmachung versprühen den Charme dieser Zeit, zwar dennoch im Western Stil aber trotzdem sehr unterhaltend. Fast schon typisch für eine AMC Serie wird hier auch nichts beschönt oder geschnitten. Man bekommt die volle Gewalt zu spüren und den Alltag jener Zeit, in der es wohl zum guten Ton gehörte schon morgens Whiskey und Co in sich zu schütten wie Wasser. Wie schon bei The Walking Dead besitzt Hell on Wheels eine Mischung aus Brutalität und stillen Momenten, in denen die Charaktere tiefer beleuchtet werden und es somit nicht zu einem Western machen sondern zu einer Drama Serie.

Der Cast ist hervorragend. Colm Meaney als Thomas Durant ist hierbei hervorzuheben. Der Schauspieler, den man aus Serien wie Star Trek kennt, verkörpert den skrupellosen und machtgierigen Visionär und Geschäftsmann einzigartig. Anson Mount als Bohannon ist sicherlich der Hauptcharakter und den Ehemann auf Rachefeldzug spielt er ebenso hervorragend. Rapper Common bekommt hier seine erste TV Rolle und auch er reiht sich ein in die gute Besetzung. Der ganze Auftakt überzeugt soweit und macht Lust auf mehr. AMC hat hier einen weiteren Coup gelandet und strebt mit dieser Serie sicherlich Deadwood an, die der Maßstab für Western TV Serien ist. Ich wünsche gutes Gelingen, denn Potential ist reichlich vorhanden, der Cast klasse und die Kulisse und das Ambiente vielversprechend!

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