Mützen-Varieté
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Elfen aufs Ohr

von am 23. Nov 2011, unter deutsche Hörspiele

Die Albenmark kommt zusammen, denn ihre Königin Emerelle lässt sich hochleben von all den Fürsten des Reiches. Aus jedem Winkel kommen sie in die Hafenstadt Vahan Calyd, um Emerelle ihre Ehrerbietung zu bringen. Doch Schwertmeister Ollowain rechnet mit einem Attentat und lässt keine Möglichkeit aus, seine Königin vor einem tödlichen Schuss zu retten. Doch soweit verläuft alles gut. Statt mit einem Schiff im Hafen die Huldigungen ihres Volkes zu bekommen, ließ sich die Königin in der Nacht zuvor extra eine Sänfte bauen, mit der sie durch die Stadt getragen werden will. Sie sah es als Vision, dass dies besser sei. Die Fürsten treffen ein und alle bekunden Emerelle als ihre Königin. Als Fürst Shahondin ankommt in Begleitung seines Sohnes und seiner Nichte Lyndwyn, preist er diese als junge begabte Zauberin an. Sie soll für die Königin ein Kunststück vorführen, doch sie ist schüchtern, denn in Gegenwart von Emerelle ist sie sich ihrer Magie nicht sicher. Dennoch gelingt es ihr ein Feuerwerk zu entzünden in Form eines Feuervogels. Doch als dieser am Firmament hell erleuchtet, wird Vahan Calyd angegriffen.

Mit schweren Geschützen feuern die Trolle vom Meer aus und legen die Stadt in Schutt und Asche. Aus ihrer Verbannung zurück gekehrt wollen sie Rache an ihren alten, verhassten Feinden, den Elfen. Unter der Führung von Branbart schlagen sie nun zurück und wollen den Tod Emerelles. Diese wird schwer verletzt und nur durch einen Zauber Lyndwyns kann sie am Leben gehalten werden. Ollowain, die Bogenschützin Silvyna sowie weitere Krieger und die Kentauren und Kobolde können durch den unterirdischen Kanal entfliehen. Doch Lyndwyn steht unter Beobachtung, denn erst nach ihrem Feuervogel griffen die Trolle an, sie gilt als mögliche Verräterin. Mit einer List können sie aus der Stadt entkommen, doch die Trolle lassen sich nicht lange hinters Ohr führen und schon gar nicht ihre Schamanin Skanga. Sie spürt das Emerelle noch am Leben ist und bald schon entbrennt eine Suche nach ihr und eine Flucht vollzieht sich. Emerelle muss überleben. doch wem kann man noch trauen?

………………

Bernhard Hennen veröffentlichte 2004 den ersten Roman zu seiner eigenen Reihe über Elfen in der Albenmark, Die Elfen. Dennis Ehrhardt nimmt diese Romane nun und macht daraus eine Hörspiel Serie, die bei Folgenreich erscheint und mit Der Untergang von Vahan Calyd ihre erste Folge abliefert. Dabei steht das 2. Buch der Reihe Pate, Elfenwinter.

Die Geschichte fängt mit einem Prolog an, der scheinbar in einer späteren Zeit spielt als die eigentliche Haupthandlung. Dieser Prolog wird auch am Ende fortgesetzt und bezieht sich dabei auf die Folterung einer Elfin durch die Troll-Schamanin Skanga, die den Aufenthaltsort der Elfenkönigin Emerelle wissen will. Die Gefangene ist dabei die Elfenweberin Lyndwyn und sie muss leiden unter den rachsüchtigen Peinigern. Nach dem Prolog folgt dann das Intro und eine kurze Einführung in die Hintergründe der kommenden Geschichte. Die Verbannung der Trolle wird kurz erzählt und dann folgt die eigentliche Geschichte, der Untergang der Hafenstadt und die Rückkehr der Trolle.

Dabei setzt die Hörspielproduktion nicht unbedingt auf ein flottes Erzähltempo, dennoch vermag sie den Angriff gekonnt umzusetzen und beide Seiten ins Bild rücken. Durch die schwere Verwundung der Königin ist ihr Schwertmeister besorgt um ihr Leben. Lyndwyn kann sie am Leben halten und gemeinsam mit anderen Getreuen gelingt eine Flucht aus der Stadt. Doch die Frage ist weiterhin, wie konnten die Trolle den Angriff planen und war der Zauber von Lyndwyn ein Zeichen zum Angriff? Als Hörer ist man intensiv dabei, wenn die Gruppe erneut angegriffen und dezimiert wird und nur noch eine Hand voll ein Entkommen sucht. Denn die List, mit der sie versuchten die Trolle zu täuschen bleibt nicht lange aufrecht. Die wahren Verräter treten in Erscheinung, wobei auch hier noch Restzweifel bestehen, denn ihr Auftauchen wird von den Trollen missmutig hingenommen und das Schicksal der 2 Elfen hat auch kein gutes Ende parat.

Hier setzt die Produktion ihre Pluspunkte ein. Durch die Story und die Effekte wird ein schauerliches Setting vermittel. Hennen entwarf eine Welt voller Schrecken und bekannter Fantasy Wesen, doch erst durch die Hörspielumsetzung wird diese Welt auch so belebt, dass sie auch Nichtkenner überzeugt. Indem es phasenweise brutal zu Gange geht, wird man als Hörer in einen Bann gezogen, der nur noch aus Blut und Gewalt bestehen mag. Vor allem die Rituale von Skanga sind gekonnte Beispiel dafür. Sie ruft Wesen herbei, die schier nach Blut und Leib gieren, Yingiz. Da darf man dann auch als Hörer mal kräftig schlucken und sich ergötzen am Blutrausch und Wahn. Da die Geschichte an sich nicht allzu weit voran schreitet, gibt es Vor und Nachteile. Vorteil sicherlich das Potential für eine lange Reihe, wo man jede Folge einen Schritt geht und somit auch dem Hörer Zeit gibt sich dem ganzen Setting und der Welt Hennens anzupassen. Nachteil sicherlich die Langatmigkeit, die dann nur durch diese schauerlichen Zwischensequenzen aufgefüllt werden kann, um nicht allzu sehr in eine triste Langweile abzudriften.

Die Sprecher sind dabei recht frisch für die Ohren. Ein paar Stimmen sind einem schon um die Ohren gekommen, wie Andreas von der Meden oder Oliver Kalkofe. Da viele jedoch unbekannt für mich waren, wurde hier ein Auftakt geboten, bei dem man nicht gleich wegen der Stimme andere Assoziationen in diesem Genre sucht. Überrascht war ich von der Stimme der Schamanin Skanga, gesprochen von Luise Lunow. Hätte ich den Namen nicht gelesen, ich könnte schwören Skanga sei ein Mann! Die Musik und die Kulisse runden die Szenerie und die Story ab. Alles auf einem hohen Niveau, was in Zeiten eines hart umkämpften Hörspielmarkt auch zum guten Ton gehört. Die Elfen hat das Potential lange am Markt zu bleiben, nun muss nur noch der Hörer dem Ganzen eine Chance geben.

Seite auf Folgenreich zu Die Elfen

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*Copyright: Folgenreich/Universal 2011, Deutschland, ISBN B005GZJ4P6

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