Mützen-Varieté
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Die Tochter des Magiers, 3. Akt

von am 26. Nov 2011, unter deutsche Bücher, Rezensionen

Der Krieg zwischen dem Kaidhan Luban-Etellu, Herrscher des Reiches Akkesch, und dem Alldhan Numur, Herrscher der Serkesch, geht weiter. Fast schon ein Jahr ist vergangen seit dem Ausbruch des Krieges in der Stadt Serkesch, als Numur seinen Bruder tötete und auch den Immit des Reiches. In dieser Zeit erschuf Numur einen neuen Gott, Utu, seinen verstorbenen Vater, der nun seine Armee zum Sieg führen soll. Quer durchs Reich ist Numur gezogen und konnte letztlich den Kaidhan in der Reichsstadt Ulbai umlagern. Doch der Krieg zehrte an alles Beteiligten, die Nahrung wird auf beiden Seiten knapp, Sumpffieber dezimiert die Streitkräfte und die Belagerung dauert an, denn der Fluss Dhanis birgt für beide Seiten eine Gefahr, die Erwachte, Awathani.

In Ulbai befinden sich auch Maru und Tasil. Beide konnten dem Angriff der Awathani im Fenngebiet entkommen, jedoch ohne den von Tasil erhofften Goldschatz. Doch Tasil hat in der belagerten Stadt eine neue Chance gesehen. So schmuggelt er Lebensmittel hinein und verkauft sie zu überhöhten Preisen. Doch seine Geschäfte ziehen die Aufmerksamkeit des neuen Immits an, Uschparu. Dieser lässt Tasil und Maru zu sich bringen und zu ihrer Überraschung ist auch der Kaidhan vor Ort. Sie wissen von Tasil und sie wissen auch über ihre Lage. Der Kaidhan will gelenkt vom Immit ein Friedensangebot einreichen, auch wenn der Kaidhan selber Numur als Verräter sieht. Tasil soll dabei Numur das Angebot überbringen, denn er ist neutral. Doch Tasil spricht auch von seiner Bekanntschaft mit dem Alldhan und dies will der Immit nutzen, denn das Angebot was der Kaidhan anbietet ist dem Immit zu wenig.

Maru hingegen hatte sich in der Stadt eine Freundschaft zum Schreiber Temu aufgebaut. Nachdem sie im Fenn schon mehr erfahren hat über ihre mögliche Abstammung von einem Maghai, so will sie Temu nutzen um im Archiv nach weiteren Anhaltspunkten zu forschen, denn die Akkesch haben alles aufgeschrieben seit ihrer Zeit als Herrscher. Außerdem will sie über Utukku wissen, denn der Daimon lässt nicht ab von ihr und auch im Fenn war er die treibende Kraft hinter der Erwachten. Doch sie kann nicht direkt über ihn sprechen, denn der Daimon hat einen Bann über sie gelegt. Maru will wissen wer ihr Vater war und wie sie den Daimon los wird. Auch ihre Kraft hat sie nicht mehr eingesetzt, da sie sonst die Maghai aufmerksam machen würde. Doch in Numurs Lager sind 3 Maghai eingetroffen!

…………………

Der abschließende 3. Band von Torsten Finks Die Tochter des Magiers Reihe, Die Erwählte. Hier beendet der Autor die Suche nach der Vergangenheit des Sklavenmädchens Maru/Nehis und bleibt seinem Weg dennoch treu. Wie schon in den ersten beiden Bänden, verfolgt man als Leser nicht nur eine Geschichte um die Tochter eines Maghai, sondern wird wieder mitgenommen in Verschwörungen, Verrat, Lügen und Morde.

Dabei setzt das Buch ein knappes halbes Jahr nach Die Gefährtin ein. Maru und Tasil sind weitergereist in Richtung Ulbai, dem Herrschersitz des Kaidhan. Dort sieht Tasil wieder eine Möglichkeit an schnelles Geld zu kommen. Mit Schmugglern bringt er Lebensmittel in die besetzte Stadt, denn Numur, der einst von seiner Heimatstadt Serkesch im Norden loszog, um gegen den Kaidhan in den Krieg zu ziehen, ist schon vor den Mauern der Stadt. Da jedoch auch die Riesenschlange Awathani vor Ort ist und den Fluss durchstreift und jegliche Parteien angreift, sobald diese im Dhanis sind, ist der Schmuggel gefährlich und schon viele Schiffe, die der Kaidhan entsandt hatte fielen ihr zum Opfer. Tasil hingegen hatte bisher immer Glück, doch viel mehr kann er auf Maru setzen. Sie bekam bei einer schweren Verletzung im Fenn, als der Tempel voller Gold von der Schlange zerstört wurde, von dem dortigen zurückgezogenen Maghai und Utukku einen Teil der Haut der Erwachten. Dadurch wurde sie geheilt und diese Haut ist nun wie ein Gürtel um sie geschnürt und dadurch spürt sie die Anwesenheit ihrer Spenderin.

Schnell bekommt man das alte Schema geboten, wonach die eigentliche Geschichte sich innerhalb 2-3 Tage abspielt. Im Eiltempo manipuliert Tasil wieder alle Parteien. Er hintergeht den Kaidhan, schmiedet Pläne mit dem Immit, schwächt den Friedensprozess und verbündet sich mit Abeq Mahas, der Numur lenkt. Wieder wird man hineingezogen in sein Lügenkonstrukt und wieder ist Maru mittendrin. Doch sie kommt ihrer eigenen Wahrheit immer näher. Sie will ihren Vater kennen und sie will auch Utukku aufhalten, denn auch er ist in diesem Buch wieder dabei. Er will erneut einen Tropfen ihres Blutes, doch diesmal ist sein Ziel kein Geheimnis mehr. Er will Rache an der Akkesch üben, denn diese haben einst sein Volk und seine Anhänger getötet und nun will er mit Marus Blut zur vollen Stärke erwachen und die Akkesch auslöschen. Kurzum, auch in diesem Buch jede Menge Stoff und viele Wege für die Titelheldin.

Ihre Vergangenheit ist dabei der wichtigste Punkt, denn sonst macht all der ganze Humbug in den 3. Bänden keinen Sinn. Dank dem Schreiber Temu kommt sie der Identität ihres Vaters näher, dennoch findet sie auch in den Archiven keinen handfesten Anhaltspunkt. Lediglich Berichte über einen namenlosen Maghai, der durch das Reich wanderte und vor 17 Jahren mit einer Frau verschwand, sind für Maru die möglichen Eltern. Sie finden auch eine Liste mit allen Maghai und erfahren auch, dass dieser Namenlose von seiner Bruderschaft wohl verfolgt wurde. Maru ist somit eine 2-fach gesegnete mit der Gabe und bei den 3 Maghai in Numurs Lager findet sie mit Meister Velen einen Maghai, der ihn ihr keine Gefahr sieht, sondern eine Hoffnung. Leider beendet Fink dieses Thema nicht vollständig und dieser Strang bekommt kein wirkliches Happy End. Hingegen wird die Parts mit Tasil und Utukku abgeschlossen und hier befreit sich Maru dann endgültig von diesen 2 Schatten, die ihr Leben zuletzt stark beeinflussten.

Was bleibt also von diesem Teil der Trilogie? Nun viele Fragen wurden teilweise beantwortet, die man vorher sich doch bewusst gestellt hat. Doch vieles bleibt auch weiterhin unklar und somit auch unbefriedigend. Wie kam Utukku auf Maru? Ihr Blut ist mächtig, denn als Tochter eines Maghais ist sie stärker als jene Menschen, die die Gabe so bekommen haben. Doch wusste Utukku von ihr? Was ist mit Tasils Vergangenheit? Woher kam dieser Mann, der Maru kaufte und selber über sehr geringe magische Fähigkeiten verfügte? Auch Biredh der Erzähler bleibt mysteriös. Sein Ende wurde ja schon in einer Vision vom Maghai Jalis in Serkesch gesehen, zumindest geschieht mit ihm das, was Maru auch in Bildern zu erblicken bekam. Die Welt an sich ist spannend, denn sie ist eben keine Fantasywelt. Es gleich alles einer frühen arabischen Welt, wo Eisen kostbar war. Auch Völker wie die Hakul oder die Viramatai machen die Reihe spannend, doch leider sind sie nur Randfiguren. Torsten Fink verpasst es mit dieser Reihe eine wirkliche abgeschlossene und lang anhaltende Serie aufzubieten. Der Titel ist befremdend und die Inhalte der 3 Bände befassen sich nicht ausreichend mit der Titelheldin. Schade drum, denn Potential war da, vielleicht auch ein Werk als Aufbau kommender Werke, denn nicht jeder Roman kann schon das Highlight einer Karriere sein, hier jedenfalls nicht.

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