Mützen-Varieté
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Neverland

von am 15. Dez 2011, unter Fernsehen, TV-Movies

Der Waisenjunge Peter arbeitet für seinen Ziehvater Jimmy als Taschendieb. Gemeinsam mit anderen Straßenjungs bildet er eine verschworene Gemeinschaft, die selbst aus kniffligen Situationen dank seines strategischen Geschicks eine Lösung findet. Als Jimmy sie bittet beim Juwelier Harbottles einzubrechen, sind alle bis auf Peter dagegen, denn dies ist ein gefährlicher Auftrag. Doch Peter will diesen Auftrag, denn er will sich Jimmy beweisen und so überredet er die Jungs mitzumachen. Jimmy hingegen ist nicht erfreut, denn auch wenn sie darum bat, so weiß er doch, dass dies schief gehen kann. Er verbietet es ihnen doch Peter will Jimmys Partner werden und so beschließt er mit den Jungs noch am selben Abend einzubrechen.

Es gelingt ihnen und im Laden finden sie allerhand Goldschmuck und wertvolle Gegenstände. Jimmy kommt hinzu und ist aufgebracht und enttäuscht von Peter, dennoch sucht er einen ganz bestimmten Gegenstand. In einem Lagerraum findet er eine Truhe, die verschlossen scheint. Peter will etwas holen um die Kiste zu öffnen, doch währenddessen gelingt es Jimmy die Kiste zu öffnen. Unter den staunenden Augen der restlichen Jungs kommt eine Glaskugel zum Vorschein, die von selbst aus dem Innern leuchtet. Als Jimmy die Leiter stürzt erscheint ein grelles Licht und Peter sieht wie ein Teil des Hauses verschwindet, mitsamt Jimmy und den Jungs.

Peter hat Angst und nimmt die Kugel mit. Jimmys Auftraggeber zeigen sich und so erfährt er von Dr. Fludd, dass Jimmy und die Jungs in einer anderen Welt seien und die Kugel ein Portal darstelle. So schöpft er Hoffnung und reist selber in dieses fremde Land. In einem eisigen Wald kommt er zu sich und sichtet in der Ferne Rauch, worauf er hofft dort seine Freunde zu finden. Doch dieser Rauch hat auch andere angezogen, Piraten, die Jimmy und die Kinder gefangen nehmen und zu ihrer Kapitänin Elizabeth Bonny bringen. Dort kämpft Jimmy um seine Jungs, als sie ihn über Bord werfen lassen wollen und er erkämpft sich auch die Gunst von Bonny. Peter konnte noch mit ansehen, wie sie alle zum Schiff der Piraten gebracht wurden, doch er weiß nicht, dass dort Jimmy seine wahre Gestalt ans Tageslicht bringen wird. Denn Jimmys eigentlicher Name ist James Hook und das Land, in dem sie sich alle befinden, heißt Neverland.

…………………

Fast pünktlich zu Weihnachten brachte Syfy am 04. und 05. Dezember den 2-teiligen Film Neverland. Die Eigenproduktion soll dabei die Brücke schlagen zum Kinofilm Hook, der 1991 anlief mit Stars wie Dustin Hoffman, Robin Williams oder Julia Roberts. Knapp 20 Jahre später soll im TV-Movie die Vorgeschichte von Peter erzählt werden, wie er Neverland entdeckte und wie Captain Hook an die Macht kam.

Der Film beginnt in dem Land, in dem die Zeit still steht. Ein in Kutte verborgener Mann hebt eine Kristallkugel gen Nachthimmel und will scheinbar 2 Meteoriten einfangen. Doch er wird gestört von einer Elfe. Wenig später ist man in der Karibik des 18. Jahrhunderts, als ein englisches Piratenschiff ein spanisches Schiff angreift. Unter der Beute befindet sich eine Truhe, in der eine Glaskugel liegt. Als die Kapitänin diese bewundert erglüht die Kugel aus dem Innern und ein Wesen wird sichtbar. Die Kapitänin ist erschrocken und schießt auf die Kugel, doch dadurch löst sie sie nur aus und das Schiff verschwindet, nur die Kugel bleibt zurück. Als nächste Etappe wird man ins London des Jahres 1906 geführt und hier beginnt dann auch die Geschichte des Straßenjungen Peter. Mit seinen Freunden verdingt er sich als Dieb und arbeitet für den Fechtlehrmeister James Hook, den alle nur Jimmy nennen. Jimmy selber hat jedoch auch Auftraggeber, denn sie wissen von seinen Nebeneinkünften und beauftragen ihn, eine bestimmte Glaskugel ausfindig zu machen. Für den Job will er zunächst seine Jungs einsetzen, doch es ist gefährlich.

Nun, wie gefährlich weiß man spätestens ab jenem Zeitpunkt, wo Jimmy und die Jungs vor Peters Augen verschwinden. Sie landen alle in jenem Land, was man als Zuschauer schon zu Beginn kurz auf dem Schirm hatte. Ein Land in dem die Zeit still steht, was etliche Menschen schon in seinen Bann gezogen hat und auch einsperrt, denn ein Entkommen scheint unmöglich. So tummeln sich neben den Piraten des 18. Jahrhunderts auch Indianer aus Amerika und jene gaben dem Land sein Namen, Neverland. Ein Land voller Gegensätze. Schneebedeckte gefährliche Wälder, Sümpfe, Dschungel und Meere. Riesige Krokodile hausen dort und ein Volk, was man als die Ureinwohner von Neverland betrachten könnte, das Feenvolk. Kleine silbrig scheinende geflügelte Wesen in Menschenform.

Genau in jenes Land reist auch Peter in der Hoffnung, seine Freunde und Jimmy zu retten und gemeinsam einen Weg zurück nach London zu finden. Doch die Lage ist aussichtslos, spätestens wenn Jimmy als James Hook der Kapitänin Bonny verfällt und sich ihren Träumereien und Phantastereien hingibt. Sie will das Geheimnis der Feen für sich, ein magisches Pulver, was seinen Träger fliegen lässt. Dafür geht sie über Leichen und zwischen ihr und den Feen leben die Indianer. Was kommen muss kommt auch, die Wandlung eines eh schon düsteren Charakters James Hook hin zu einem noch böseren Charakter. Die dunkle Seite der Macht ergreift Besitz von seiner dunklen Seele. Als Zuschauer ist allein der erste Teil schon ausreichend genug um das Ende vorherzusagen.

Nun zum Part der Umsetzung dieses Films. Der Trailer zum Event versprach viel, machte Laune auf ein schönes Fantasy Märchen, was den Kinofilm näher beleuchtet und Fragen beantwortet. Doch schnell wird klar, dieser TV Film kommt nicht annähernd in jene Sphären. Die Geschichte wirkt zwar recht ansprechend, doch leider mangelt es an Finesse an allen Ecken. Der Cast ist hierbei noch mit das Erschreckendste. Einziger Lichtblick scheint Bob Hoskins zu sein, der schon im Kinofilm den Piraten Smee verkörperte und hier erneut die Planken unsicher macht. Wenn Hoskins also die Krönung ist, dann sagt das schon viel über den Rest aus. Rhys Ifans als Hook mag man zunächst noch Talent zusprechen, doch er geht unter in seiner Darbietung eines Mannes, der in Neverland den Verstand verliert und an seiner Gier sich selber zerstört zum späteren Mythos. Man mag ihn gar nicht sehen wollen als Dustin Hoffmans grandiose Darbietung des Oberschurken. Hier vegetiert Ifans zwischen sorgenden Ziehvater und kaltschnäuzigen Geschäftsmann. Charlie Rowe als Peter kann man ja im Grunde nix absprechen. Er ist schließlich noch selber Kind, kann es sicherlich auch nicht besser. Schlimm sind auch die weiteren Kinderdarsteller und sehr schlimm Q’orianka Kilcher als Indianermädchen Aaya. Ihre Mimik ist verstörend eintönig, vielleicht quält sie sich selber in ihrer aufgezwungenen Rolle. Ein leichter Lichtblick ist noch Charles Dance als Dr. Flodd, doch seine Auftritte sind bis zu seinem Filmtod spärlich. Ein Highlight im negativen Sinn ist noch Keira Knightley als Stimme von Tinker Bell. Ja, richtig gehört, Stimme. Man sieht sie nicht aber man darf sie hören. Hätte man die Gage sparen können und wenigstens anderweitig investiert.

Alles an dem Film wirkt billig. Muss man leider so hart sagen. Kostüme, Effekte, Setting, Kamera sind stark unterfinanziert und machen die 3 Stunden zur Qual. Es gibt wenig Lichtblicke, höchstens noch die Heimatstadt der Feen. Addiert man dazu den Cast, die langweilige Story und leichte Logiklücken, so bekommt man mit Neverland einen Reinfall erster Güte. Vergeudete Zeit, die man mit dem Originalfilm besser füllen kann und wo sogar die alte Disney Animation mehr Charme hat, als alles was Syfy hier bot. Bitter enttäuscht!

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2 Kommentare für diesen Beitrag

  • willi

    Leider wahre Worte,vorallem der zweite Teil ist komplette Zeitverschwendung.Unlogische Handlungen der Charaktere und eine teilweise Neuinterpretation der Handlung,welche 1991 ganz anders erzählt wurde,passen meiner Meinung nicht zusammen (wieso ist Hook hier eigentlich 30 Jahre jünger als im Kinofilm,wenn man in Neverland nicht altert?)
    Die Effekte könnte ich ja noch verschmerzen,TV Film halt,aber was die Schauspieler abliefern,ist einfach nur grausam,bei einigen reicht ein Gesichtsausdruck,egal ob Freude,Trauer oder Panik,für 3 Stunden Film.
    Das der Herr Direktor nicht näher auf Captain Bonny,gepielt von Anna Friel,eingegangen ist,muss wohl am ständigen Augen zukneifen gelegen haben.

  • muetzenvariete

    Ja gut, an ihr konnte man nix aussetzen…
    fries

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