Serienupdate – Hell on Wheels
von muetzenvariete am 18. Jan 2012, unter englische Serien, TV-Serien

Letzten Sonntag lief auf AMC das Staffelfinale von Hell on Wheels. Insgesamt 10 Folgen erzählten vom Bau der Ost-West Zugverbindung nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Ein Projekt gepflastert mit allerlei Problemen, sei es finanzieller Art oder aufgrund Konflikten mit Ureinwohnern. Mittendrin Einzelschicksale und ein Mann getrieben von Rache für den Tod an seiner Frau und seinem Sohn. Zeit also zurückzublicken auf die aktuelle einzige TV Serie, die sich dem Western Genre annimmt und es vielleicht sogar wiederbelebt.
Der Beginn der neuen Serie war ansprechend, denn Western war im TV Format nicht allzu sehr vertreten, galt eh als Nischenprodukt zwischen Vampir- und Crimeserien. Doch der TV Zuschauer von heute will mehr und so kam nach und nach auch die anspruchsvolle Fantasy mit Game of Thrones zu Tage sowie der blanke Horror mit The Walking Dead. Da die Zombies gut liefen plante AMC also auch das Revival vom Wilden Westen. Verpackt in ein historisches Korsett, indem man die Serie zu Zeiten nach dem Ende des Bürgerkrieges ansiedelte und mit dem Projekt der Eisenbahnerschließung Nordamerikas von Küste zu Küste, legte man das Augenmerk auf einen Hauptcharakter, Cullen Bohannon.
Die Seite tv.com umschrieb ihn letztens wie folgt…
He’s like Clint Eastwood and Steve McQueen wrapped up together in a Southern cigarillo.
Schon in der ersten Folge war Anson Mount als Bohannon mehr als sympathisch, da er eben nicht den Helden mimte sondern eher Held wider Willen war. Immer zum Schuss bereit, dem Alkohol nicht abgeneigt und angetrieben von der Rache an jenen Soldaten, die seine Frau geschändet und aufgehängt haben und ihm auch seinen Sohn nahmen. Doch dieser Plot musste sich an die Rahmenhandlung anpassen und so wurde die Story um Bohannon ein Teil des ganzen Hell on Wheel Projekts. Es ging nicht nur um das Schicksal des ehemaligen Konföderierten Offiziers, der den Krieg verlor und auch Sklaven besaß auf seiner Farm, sondern nun kamen weitere Schicksale hinzu. Jene von Lily Bell, die ihren Mann bei einem Angriff von Ureinwohnern verlor und schwer verwundet die Karten rettete, die er für das Eisenbahnprojekt erstellte. Das der 2 irischen Brüder McGinnes, die in der Neuen Welt Geld machen wollten um es ihrer Mutter schicken zu können und die nun in der Zeltstadt ein Kino betreiben. Das des ehemaligen Sklaven Elam, der nun als Arbeiter jenen Respekt will, den ihm sein ganzes Leben versagt blieb oder jenes von Thomas Durant, der viel Geld investierte auf ein waghalsiges Unterfangen beide Küsten mit einer Eisenbahnlinie zu verbinden.
Hell on Wheels entwickelt sich nach und nach. Man darf keine Western Serie erwarten, wo alle 10 Minuten ein Showdown passiert und der ansässige Bestatter mehr Aufträge hat als die örtlichen Huren. Da viele Geschichten erzählt werden muss vieles abgearbeitet und betrachtet werden, da es eben nicht nur noch um Bohannon geht. Deshalb macht die Serie auch Spaß, denn wenn ich auf reine Revolveraction Lust hätte, würde ich mir einen Film anschauen. Für eine TV Umsetzung erwarte ich auch Tiefgang, ruhigere Momente. Natürlich gibt es auch Charaktere, die diese Momente zerstören und den obligatorischen Bösewicht geben. Die Macher haben hierbei einen auserkoren, der im Schafspelz daherkommt und mit Christopher Heyerdahl einen perfekten Mimen gefunden hat, den Schweden.
Das Ende der 10 Folgen ist offen, zumindest auf viele Fragen und Stories. Eine Fortsetzung ist gewiss und macht Sinn, denn die Ratings waren gut und Hell on Wheels kann man als gelungenes Beispiel sehen, was Western wieder abendtauglich gemacht hat! Und wenn dann wieder das Intro erklingt, dann wirds Zeit für Männeraction vom Feinsten!




