Mützen-Varieté
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Alcatraz

von am 20. Jan 2012, unter englische Serien, TV-Serien

Welcome to Alcatraz!

Am 21. März 1963 sollte das berüchtigtste Gefängnis der USA aufgelöst werden, Alcatraz. Alle Inhaftierten sollten verlegt werden, doch als am Abend 2 Vorposten anlegen ist die Insel wie verlassen. Emerson Hauser und sein älterer Kollege machen sich auf den Gefängnistrakt zu untersuchen nach Lebenszeichen. Die Wachposten und Zellen sind verwaist, niemand scheint mehr vor Ort. Kein Lebenszeichen erreicht sie und selbst hinter verschlossenen Zellen ist kein Häftling mehr. Am 21. März 1963 verschwanden 256 Häftlinge und 46 Wärter spurlos von jener Insel, von der nie zuvor auch nur einer ausbrechen konnte.

Heute ist Alcatraz ein Touristenziel und während einer Führung entdeckt ein Mädchen abseits der Gruppe einen Mann in einer der Zellen. Ein Führer ermahnt ihn, dass der Mann dort nicht schlafen könne, doch der Mann hat dort nicht geschlafen. Es ist Jack Sylvane und er saß 1963 als Häftling ein. Er hat keine Ahnung wo er ist, denn alles ist anders und das Gefängnis nicht mehr der Ort seiner Erinnerungen. Sylvane verlässt die Insel per Fähre, doch er kennt nur ein Ziel, Rache an dem Gefängnisvorsteher, der ihm damals das Leben zur Hölle gemacht hat, den pensionierten und dekorierten E.B. Tiller. Sylvane macht Tiller ausfindig und tötet ihn, was Detective Rebecca Madsen von der SFDP auf den Plan ruft. Sie verlor vor wenigen Wochen ihren Partner bei einem Einsatz und ihr Vorgesetzter will sie mit einem neuen Partner zusammenlegen. Doch als Madsen am Tatort eintrifft erscheint auch ein Mann vom FBI und nimmt sich dem Fall an.

Madsen jedoch will sich nicht damit zufriedengeben und nimmt ein Bild mit. Auf diesem entdeckt sie einen Fingerabdruck und die Datenbank erkennt darin Jack Sylvane. Sie recherchiert weiter im Netz und stößt auf den Autor und Doktor Diego Soto. Soto befasste sich mit der Geschichte Alcatraz und er kennt alle Häftlinge, so auch Sylvane. Doch Jack Sylvane soll 1963 entlassen sein, bestätigt vom damaligen Generalbundesanwalt Robert Kennedy und wenige Jahre später verstarb Sylvane angeblich, laut Todesschein. Doch wie kommt dann dessen Fingerabdruck in das Haus von Tiller? Madsen und Soto gehen der Sache gemeinsam auf die Spur und fangen auf Alcatraz an. Doch sie stoßen dabei auf eine mysteriöse Gruppe, die auf der Insel ihre Basis hat und ihr Vorsitzende ist kein geringerer als jener FBI Mann, der Madsen den Tiller Fall abgenommen hat, Emerson Hauser.

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Mysteryzeit bei FOX seit dieser Woche und hierbei eine Serie, die mit viel Tamtam in die Runde geht, Alcatraz. Hinter der neuen Reihe steckt J.J. Abrams, Macher von LOST und allein dadurch sind die Erwartungen hoch. Doch Alcatraz muss sich bewähren im Quotenkampf, denn Mystery an sich ist in der TV Landschaft weit gediegen seit der Insel im Ozean.

Der Staffelauftakt beginnt dabei an jenem schicksalhaften Tag im März 1963, als das Gefängnis geräumt werden soll nach über 100 Jahren. Es hat ausgedient und die Häftlinge sollen verlegt werden, doch an jenem Abend ist die Insel wie ausgestorben. Alle Insassen und Wärter sind spurlos verschwunden und als Zuschauer steht man ebenso verblüfft da, wie die 2 Beamte, die als erste vor Ort waren und nur noch Leere vorfanden. Danach geht es in das heutige San Francisco und dem Auftauchen eines der damals verschwundenen Häftlinge, Jack Sylvane. Dieser ist auf privatem Rachefeldzug gegen jene, die ihn damals verletzt haben innerlich. Direktor Tiller, seine Frau, sein Bruder. Doch er hat auch eine andere Mission und hier setzt das große Fragezeichen hinter der vordergründigen Mysteriösität ein. Hier steckt das Potential und die alles entscheidende Frage: Wer steckt hinter allem?

Das man dies natürlich irgendwie schon kennt ist klar. Das man dies auch in Zusammenhang bringt mit LOST ist auch klar. Doch dazu später mehr. Die erste Folge baut das Gerüst auf und das recht spannend und unterhaltend. Sylvane entpuppt sich zum gnadenlosen Killer und die Suche wird zur Schnippseljagd. Das es nicht reine Polizeiarbeit werden wird wird auch schnell klar, spätestens mit dem Auftreten von Hauser, der sich als FBI Mann ausgibt. Er hat seine eigene Abteilung, die sich mit der Sache 1963 beschäftigt, denn er persönlich war damals mit seinem Kollegen vor Ort im verwaisten Gefängnis. Doch vordergründig sind Detective Madsen und der Autor Diego Soto, denn beide wollen ihre eigene Recherche betreiben, aus Neugier und aus Eigenantrieb den Fall zu lösen.

Da ist auch der Link zu LOST. Der Cast präsentiert mit Jorge Garcia ein Überbleibsel der Inselposse, Hurley. Äußerlich kaum verändert mimt Garcia hier den Autor und Dr. Soto und ist somit hier in einer Hauptrolle anstatt einer von vielen. Neben ihm tummelt sich mit Sarah Jones ein mir unbekanntes Gesicht als Madsen. Größter Gewinn jedoch für mich, Sam Neill. Da ist er wieder, der stets undurchsichtige Schauspieler, der seine Rollen stets auslebt als Licht und Schatten. Auch hier zweifelt man an seinen Motiven und weiß nicht, ob er Gut oder Böse verkörpert. Genau das was man also braucht in einer Mysterygeschichte, den zwielichtigen Charakter an dem sich die Geister scheiden. Der Cast ist klein gehalten, man muss sich kein großes Team einprägen, was den Erzählfluss sicherlich aufwertet. Soweit passt der Auftakt, ein Ende mit Fragezeichen auf Stirn und eine Story, die Abrams typisch ist und lange anhalten kann. Einzig Sam Neill macht mir Sorgen, denn meine letzte Serie mit ihm, Happy Town, überstand nichtmal eine ganze Staffel! *Daumen drück*

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