Mützen-Varieté
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Spook – Ausbildungsheft füllt sich

von am 02. Feb 2012, unter deutsche Bücher, Rezensionen

Thomas Ward ist nun fast schon ein halbes Jahr Lehrling vom Spook John Gregory. Seit seinen ersten Tagen und der Verbannung der Hexe Malkin, musste Thomas eifrig lernen, denn die Zeiten sind noch immer von der Dunkelheit geprägt. Doch nun ist sein Meister erkrankt und gerade in diesem Augenblick ereilt beide im Haus des Spooks eine Botschaft aus Horschaw. Dort treibt ein Reißer sein Unwesen und schlimmer noch, Mr. Gregorys Bruder wurde bei einem Versuch diesen zu erledigen vom Reißer angefallen. Thomas weiß wie man einen Boggart bannt, doch ein Reißer ist die schlimmste Version dieser Geschöpfe und so muss er allein sein Wissen einsetzen. So macht er sich auf und versucht mit Hilfe des örtlichen Steinmetzes und einem Arbeiter mit seinem Gesellen den Reißer in eine Grube zu bannen.

Zwar gelingt es ihm unter Anstrengungen, doch Pater Gregory erliegt an der notwendigen Amputation seines Beines, an dem der Reißer genüsslich das Blut saugte. Als er nach Chipenden zurückkommt unterbreitet er seinem Meister den Verlust des Bruders und der noch leicht schwächelnde Spook weiß, was er nun zu tun hat. Er muss nach Priestown reisen, denn dort hat er nun 2 Aufgaben zu erledigen. Zum einen wird man in der dortigen Kathedrale den Gottesdienst zu Ehren seines Bruders abhalten und zum anderen lauert dort noch eine alte Rechnung. In Priestown muss der Spook einen Dämon ein für allemal vernichten, wo er einst scheiterte und fast gestorben wäre. Mr. Gregory weiß um sein Alter und die Krankheit hat ihn ausgelaugt, doch den Dämon am Leben zu lassen und an Macht zu gewinnen trotz Bann kann er nicht zulassen.

So reisen beide nach Priestown, wo sie sich heimlich aufhalten müssen, denn ein Spook ist in den Augen der dortigen versammelten Priester ein Partner des Teufels. Doch der Spook schert sich nicht um dieses Gerede, denn er weiß, nur er kann die Dunkelheit besiegen und der fatale Versuch seines Bruders in Horschaw bestätigt ihn nur, dass ein Priester kein Gegner für Dämonen ist, schon gar nicht für den Bane, der unter der Kathedrale gebannt ist. Doch es kommt schlimmer für Thomas und Mr. Gregory. Nicht nur ist der Bane zunehmend gefährlicher für die Einwohner der Stadt, nein auch der Inquisitor erscheint just in dem Moment, als beide zum Gottesdienst wollen. Als Thomas die Gefangenen sieht, die der Inquisitor verbrennen lassen will, stockt ihm der Atem. Er sieht Alice unter ihnen!

……………………

Die Fortsetzung zu Spook – Der Schüler des Geisterjägers baut auf dem Vorgänger auf und zeigt einen gereifteren Schüler Thomas J. Ward. Autor Joseph Delaney gelingt es den 2. Band noch düsterer zu gestalten, gefährlicher und schauerlicher. Ein Gruselroman, der alle Vorzüge des 1. Bandes intensiviert und zur Kurzweile verzückt.

Dabei spielt das Buch wenige Monate nach dem Ende von Band 1, wo Alice zu einer Tante geschickt wurde, um doch noch eine gute Hexe zu werden und den Pfad der Dunkelheit hinter sich zu lassen. Thomas Ward musste in der Zwischenzeit eifrig lernen, sich die 3 Arten von Hexen einprägen und immer wieder eine Grube ausheben, um einen Boggart zu fangen und zu bannen. Es waren harte Unterrichtstage und dennoch macht die Arbeit Thomas Spaß, denn sie verkörpert auch eine gute Sache, die Menschen vor Unheil zu bewahren. Doch zu Beginn des Buches steht der Schüler vor einer ersten richtigen Bewährungsprobe. Sein Meister ist krank und kann nicht persönlich dem Hilferuf folgen, nachdem sein eigener Bruder als Pfarrer so töricht war und einen Reißer selber fangen wollte. Nun saugt der an seinem Bein und nimmt ihm somit nach und nach das Leben. Thomas soll diese Aufgabe allein bewältigen mithilfe von gewillten Helfern vor Ort. Es gelingt ihm zwar den Reißer zu bändigen und sogar eine Gravur mit seinen Initialen schmückt den Banndeckel aus Stein, doch für den Pater kam jede Hilfe zu spät. Dies setzt nun die Mühle des Buches in Bewegung, denn ohne diesen Vorfall, würde die Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen.

Denn nun muss der Spook widerwillig an jenen Ort zurückkehren, wo er seine größte Niederlage hinnehmen musste, nach Priestown. Dort ist der Mittelpunkt der Priesterschaft des Landes und unter der Kathedrale ist ein Dämon gebannt, der dem Spook einst fast das Leben gekostet hätte, der Bane. Der Bane war einst ein Gott des alten Volkes, was im Buch als das kleine Volk bezeichnet wird. Doch dieser Gott wurde zu begierig und zwang den einstigen König Heys ihm seine Söhne auszuliefern als Quell der Macht. So verstarben sie alle bis auf den 7. Sohn, Naze, dem es gelang den Bane zu bannen hinter einem silbernen Tor. An jener Stelle errichteten dann die neuen Bewohner, die Menschen, eine Kathedrale und Priestown gedieh zum Machtzentrum ihres Glaubens. Doch der Bane war nicht tot, sondern als Geist immer noch vorhanden und im Laufe der Jahrhunderte wuchs seine Macht. Mittels Träume drang er in den Geist von schwachen Menschen ein und zwang sie so unbewusst mit falschen Versprechungen zu Opfergaben an ihn, Blut.

So wuchs der Bane wieder heran, manifestierte seinen Körper und bald schon könnte es ihm gelingen, aus der Verbannung herauszubrechen. Dies will der Spook verhindern. Doch als der Inquisitor auftaucht, um angeblichen Hexen und Magiern den Prozess zu machen, da wird der Bane bald nur eine Hintergrundgeschichte bilden, denn der Spook steht auf der Liste des Inquisitors und sein Aufenthalt in Priestown bleibt nicht lange geheim. Delaney baut dadurch eine zusätzliche Story ein, die die Spannung mit anhebt und bringt sogar eine vertraute Charakterin zurück, Alice. Ihr Auftauchen als Gefangene zwingt Thomas zum Handeln, denn obwohl sie eine Hexe ist, so hast sie ihm doch immer geholfen und so auch ihre gute Seite gezeigt. Nun gilt es also Alice zu befreien und zeitgleich den Bane zu stoppen. Doppelter Adrenalinschub für die Hauptcharaktere, der alle an ihre Grenzen bringt und beide Geschichten werden verwoben zu einem gruseligen Plot.

Der Fluch des Geisterjägers ist ein Lesegenuss, denn durch die Geschichte um den Bane und dessen Grausamkeit wird auch dieses Buch schaurig schön. Das Alice weiterhin Bestandteil der Reihe bleibt ist erfreulich, da sie Thomas zu Dingen verleitet, die sich sogar gegen seinen Meister richten. Dabei erfährt man auch mehr Details aus Mr. Gregorys Vergangenheit und sogar das mysteriöse Rätsel um Thomas’ Mutter wird gelöst. Sie war selber einst eine Hexe, die sein Vater als Seemann vor der sie verbrennenden Sonne rettete und sich in sie verliebte. Dies und des Spooks Geheimnis macht Thomas Hoffnung, dass auch Alice diese Zukunft vor sich hat. So freut man sich als Leser auf den 3. Band und blättert derweil wieder durch die schön gestalteten Kapitelbilder und dem Tagebucheintrag am Ende. *schmöker*

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